dieBielefeldKiste unterwegs 2

9. Januar 2013

Prof. Dr. Ute Frevert, Direktorin Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin

Ich habe das Foto ausgewählt, weil es im Hintergrund die Ravensberger Spinnerei zeigt, die mir aus vielen Gründen lieb und teuer ist: zum einen als Industriedenkmal mit der im 19. Jahrhundert typischen mittelalterlichen Burg-Architektur, die ihr im Volksmund den kapitalismuskritischen Beinamen „Zwingburg“ einbrachte. Zum anderen als geretteter Ort: eigentlich sollte sie einer Schnellstraße weichen und abgerissen werden. Eine frühe Bürgerinitiative hat dies verhindern können, und aus der verhassten Zwingburg entstand ein einladendes Kulturareal, das ich in meinen langen Bielefelder Jahren (als Studentin, StadtBlatt-Mitarbeiterin, Freundin, Mutter und schließlich Professorin) mit Wonne genutzt habe. Heute lebe und arbeite ich in Berlin, und mein neuer Wirkungsort – das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung – erinnert mich, wegen seines Turmes, manchmal ein bisschen an die Raspi.

 

 

 

 

 

 

 

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31. Dezember 2013

Aatifi, Bielefeld

Das von mir ausgewählte Bild mit den drei verschmitzten Jungs, die Veit Mette im April 2013 im Bielefelder Stadtteil Baumheide fotografiert hat, verkörpert für mich Bielefeld als Heimatstadt für Menschen aus vielfältigen Kulturen. Die Stadt hat sich in den letzten 15 Jahren positiv verändert, ist noch multikultureller und aufgeschlossener geworden.

Das Selbstportrait mit dem Trio habe ich in meinem Atelier im Bielefelder Zentrum aufgenommen, in dem ich seit 1999 als Maler und Druckgrafiker arbeite. Von Bielefeld aus, das geografisch günstig liegt, bin ich auch viel unterwegs – auf Reisen in mein Geburtsland Afghanistan, wo ich an der Universität Kabul Malerei studiert habe und wohin ich heute wieder enge berufliche und private Kontakte pflegen kann, in die USA oder nach Australien, auf künstlerischer Stippvisite in Düsseldorf, Hamburg, Dresden, München, Leipzig oder Zwickau. Von Bielefeld in alle Welt…

 

 

 

 

 

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30. Dezember 2013

Christian Theiler, Zürich, Schweiz

 

 

 

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11. Dezember 2013

Helga Trillsch, Bielefeld

Dieses Bild spricht mich besonders an, zeigt es doch, dass es auch in Bielefeld leichte und schwebende Momente gibt, die einen aus der etwas schwerfälligen Bodenhaftung, die uns Ostwestfalen immer wieder etwas spöttisch nachgesagt wird, lösen, die den Stress und die Hektik des Alltags vergessen und einen lächeln lassen. Es gibt diese Ereignisse auch in Bielefeld: Beeindruckende Zeitsprungprojekte des Tanztheaters, die Menschen aus den verschiedensten Lebensbereichen zusammengeführt haben, spannende, bewegende Theateraufführungen aller drei Sparten (daher das Foto mit „meinem Bild“  im Foyer des Stadttheaters), vielfältige Feste in der Innenstadt, teilweise mit südlichem Flair, denn auch das Wetter spielt manchmal mit…. Dazu immer wieder Begegnungen mit Menschen auf dem Alten Markt – dem Treffpunkt, auf dem auch das Bild bei den Nachtansichten 2013 entstand.

 

 

 

 

 

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25. November 2013

Christine Schmutzler und Ralf Symann, Phnom Penh/Kambodscha

Das Bild der kurdischen Familie hat uns besonders gut gefallen. Wir können nur erahnen, in welch misslicher Lage sich die beiden befinden.
Wir haben uns mit diesem Photo im Psa Thmey – dem Zentralmarkt von Phnom Penh, Hauptstadt des kleinen Königreiches Kambodscha – an einem Fruchtsaftstand bei einem Becher Zuckerrohrsaft photographieren lassen.
Beim Photographieren hatte unsere Freundin Renate Meindl erhebliche Schwierigkeiten eine Lücke zu finden, weil immer wieder Leute genau mit dem Rücken zur Kamera stehen geblieben sind und geschaut haben, was wir da zu verkaufen haben. Ungläubig mit dem Kopf schüttelnd sind sie dann weitergegangen. So konnten wir nebenbei einen Unterschied zwischen Bielefeld und Phnom Penh ausmachen: Hätten wir uns mit dem Photo in der Bielefelder Bahnhofstrasse platziert, hätten uns die Passanten vermutlich einfach ignoriert.

 

 

 

 

 

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17. November 2013

Ulrike Diesse, Krankenschwester, Bietigheim-Bissingen

Hier bin ich auf meiner Terasse vor grünem Stadturwald. Mein täglicher Frühstücks-Cappucchino Ausruhblick. Jeden Morgen darf ich hier sitzen, auf das Grün raus schauen und denke jedes Mal:  hhmmmmm.

Das Foto hat mich angesprochen wegen der Innigkeit der Kindergesichter. Den Familienbund sehen. Wie Kinder aufeinander achten und sich lieben und zusammengehören.

 

 

 

 

 

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10. November 2013

Barbara Pfeifer, Familientherapeutin, Sinzing

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8. November 2013

Dr. med. Johannes Thormann, Bielefeld

Das Bild habe ich ausgewählt, weil es mich an drei meiner Lieblingsorte erinnert.
Die Kunsthalle mit ihrem Park und der Nachbarschaft des Ratsgymnasiums, den Siegfriedsplatz und den Bürgerpark als Treffpunkte vieler junger Menschen.
Das Foto zeigt mich an meinem ganz privaten Lieblingsort in meinem Garten unter einem Apfelbaum, wo ich gerne in Ruhe Kataloge von Foto- und Kunstausstellungen anschaue.
Dieses Bild der nachdenklich schauenden jungen Frau spricht mich besonders an.

 

 

 

 

 

 

 

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3. November 2013

Christel Schneider-Nickel, Psychotherapeutin, Würzburg

Das Bild hat mich angesprochen, weil es einen Kontrast zu meiner Wohnsituation darstellt:

eine Wand ohne Fenster – Wände mit vielen Fenstern

weite Abstände – enges Altstadtviertel

Ödnis – Natur am Haus

Wie wichtig sind doch die Fenster für mich! Den bunten Garten betrachten – mit den Nachbarn plaudern (auch von Fenster zu Fenster) – nach dem Wetter schauen – die Besuchskatze begrüßen… – den anderen durch beleuchtete Fenster zeigen, dass ich zuhause bin …

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29. Oktober 2013

Christiane Stahl, Kunsthistorikerin, Berlin

Die Bielefeld Kiste wurde mir von Rainer Schürmann vor nunmehr schon etwa 6 Wochen überreicht. Rainer Schürmann hat mich hier in Alf auf Haus Waldfrieden aufgenommen, einem meiner Lieblingsplätze auf dieser Welt.

 

 

 

 

 

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27. Oktober 2013

Thorsten Abel, Vancouver, Kanada

In meinen 20ern habe ich in Bielefeld gelebt. Die Sparrenburg war der Schauplatz einiger unvergesslicher Erlebnisse. Tiefsinnige Gespräche mit dem besten Freund, Trennung von der Jugendliebe, solche Dinge.
Seit 2007 lebe ich in Vancouver. Die Ostwestfalen, die ich hier getroffen habe, klagen immer, es gäbe kein “vernünftiges Brot” oder die Kabel in den Wohnungen seien “auf Putz verlegt”. Ich vermisse weder das Gemecker, noch das Brot, noch die Kabel. Aber die Freunde und die uralten Steine, die vermisse ich dann sehr.

Thorsten Abel

 

 

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25. Oktober 2013

Claudia Hürlimann D’Amato, Publizistin, Zürich, Schweiz

Seit 15 Jahren ernährt uns dieser Schrebergarten in Zürich West. Kräuter, Salat, Bohnen, Tomaten, Gurken, Zuchetti, Krautstiel, Artischoken, Peperoncini, Oberginen, Broccoli, Cima di Rape, Kohl, Mais, Beeren, Früchte und Blumen ernten wir hier rund ums Jahr. 5 Min. entfernt von unserer Wohnung liegt hier ein zweites zu Hause, wo wir in der Natur arbeiten, ausspannen und im Sommer mit Freunden grillen. Die Migranten aus Italien, Spanien und Exjugoslawien, die seit Jahrzehnten neben uns anpflanzen werden mehr und mehr von jungen Familien abgelöst, die eine neue Gartenkultur eingeführt haben. Urban gardening hat in Zürich seit über 100 Jahren Tradition. Mit der Verdichtung der Stadt sind bereits einige Gartenareale überbaut worden. Wir werden unsere grüne Lunge auf dem immer teueren Boden mehr und mehr verteidigen müssen.

Die Kissen im Wohnwagen liegen geschüttelt hinter dem Fenster und die beiden älteren Leute scheinen bei der Coiffeuraktion ihren Spass zu haben. Die Wohnwagenoase in Bielefeld erinnert mich irgendwie an unsere Schrebergärten.

 

 

 

 

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Mails und Fotos der ersten BielefeldKisten-Empfänger finden Sie hier:

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